Direkt zum Hauptbereich

Posts

Es werden Posts vom 2024 angezeigt.

Dinge, die wir lieben

Im linken Schrankfach drängeln sich Vasen aller Art. Und doch greife ich immer wieder nur zu dreien von 18. Ähnlich bei den Klamotten. Bestimmte Pullis oder Schals landen wundersamerweise beim Umräumen von Sommer auf Winter spätestens nach der zweiten Wäsche wieder ganz oben im Fach. In bester Sicht- und Greifnähe. Es gibt sie eben, jene Dinge, die wir besonders lieben und ganz klar bevorzugen.     Sichtbar frisch geklebt - meine Lieblingsbutterdose.  Warum? Keine Ahnung. Wäre echt mal ein Thema für Experten. Vielleicht steuert heimlich und wie so oft unser Unterbewusstsein, welche Dinge wir wirklich mögen. Oder unser immer noch ziemlich unerforschtes Bauchgehirn entscheidet über unseren Kopf hinweg nach Bauchgefühl?    Egal: Ich Oma werde das Rätsel um Lieblingsdinge nicht lösen können. Aber von meiner einst auf einem Flohmarkt erstandene Lieblingsbutterdose, da hebe ich jeden Abend den Deckel mit Griff ab und tauche mit dem Messer entzückt ins Innerste e...

Wer ruft mich an?

In der Regel grüße ich am Hörer freundlich und bin immer für einen kurzen Wortwechsel zu haben. Anders ist das, wenn das Telefon auf dem Display keine meiner gespeicherten Nummern anzeigt.  Wenn Unbekannte anklingeln,dann gehen die Nachbarin und ich hörbar auf Distanz  Egal, ob eine  unbekannte Handy- oder 0800-Nummer zu sehen ist:  ich "belle" dann barsch  "wer da?" Und da ich stimmlich tief wie ein Mann ausgestattet bin passiert folgendes: Werbeanrufer und Enkelanruftrickser halten kurz sprachlos inne. Sie müssen umdisponieren. Manche legen auf. Andere fragen, ob sie wirklich die Oma als "Zielperson" ihrer Liste am Hörer haben. Meine immer noch knurrig und misstrauisch gestellte Gegenfrage lautet dann keinesfalls "ja", sondern "warum"? Nun ist der große Unbekannte am anderen Ende der Leitung am Zug. Er muss  rausrücken mit seinem Anliegen. Flötet er mit geschultem Wortschwall sein Werbe- oder Umfrageanliegen in mein Ohr beende ich das...

Wärmende Lichter

  Foto:  Chantelle Thompson   Pixabay A lle Jahre wieder: Kaum liegen die letzten Blätter als Matsch auf dem Weg wird es dunkel. Immer schneller und täglich zeitiger. Jetzt heißt es: depressive Winterstimmungen möglichst gar nicht erst über die eigene Schwelle lassen. Ich krame dann die Teekanne hervor und staube das Duftstöfchen ab. Und jetzt her mit der großen Kiste, in der Fenstersterne und Lichterketten aller Art ihre Sommerruhe hielten. Wie kann man die und vor allem schick um Tannenzweige oder in Glasvasen drapieren. Neue Dekoideen sind gefragt. Damit ist ersten innerlichen Schlechtwettertiefs schon mal Einhalt geboten. Bei mir stehen außerdem dann lauter freundlich flackernde Kerzen herum. Neuerdings allerdings nur noch künstliche – wegen der Hunde. Und mit Timer – wegen der Stromkosten. Sinkt die Stimmung trotzdem in den Keller – das passiert in der Regel Ende November - heißt es, noch stärker gegenhalten. Ich stelle dann eine Schale Nüsse neben den Lesesessel...

Ein trauriger Hundetag

  Die letzte Fahrt unseres kleinen Jacomo Gestern haben wir Jacomo auf seinem letzten Weg begleitet. Wir - das sind vier Hundefreundinnen aus einem Ort in der Oberlausitz (Sachsen). Wir treffen uns schon seit Jahren wöchentlich und zu sehr fröhlichen Gassi-Runden. Mit zuletzt acht Wuffs. Doch nun haben wir einen ganz anderen - und viel zu langen - Hundetag gemeinsam tränenreich durchgestanden. Ohne die bunte vierbeinige Truppe. Nur wir Menschen und der Jaco. Dem immer fröhlich neugierigen und immer freundlichen Westi  ging es plötzlich ganz schlecht. Die bisherigen "Milderungsmedis" gegen seinen Lymphdrüsenkrebs halfen nicht mehr. Und das am Sonntag. Wer hat Bereitschaftsdienst? Wer von uns fährt den Westi und sein völlig fertiges Frauchen zum tierärztlichen Bereitschaftsarzt? Wir wohnen hier in Deutschlands östlichster Provinz. Da kommt nicht mal fix nach Anruf der Tiernotdienst zum Erlösen nach Hause.  Und da war auch der Bereitschaftsarzt gar nicht da. Sondern unterweg...

Behindert? Im Urlaub eher die Oma

Ein speziell auf Hundebesitzer eingerichtetes Quartier im sächsischen Erzgebirge hatte ich mir für ein paar Urlaubstage mit den beiden Cockern Darja und Filip ausgesucht. Allerdings stellte sich heraus, dass wir zwei Betreuermenschen uns zum Beispiel mit den Natursteintreppen von der Straße zum Ferienhaus schwerer taten als der taube und blinde Rüde. Der hatte schon nach den ersten Gassisrunden den Bogen mit den Stufen raus und sprang bald im "Blindgalopp" (trotzdem gesichert an der Leine) rauf und runter.    Frischer Begrüßungsschluck bei Ankunft - für Vierbeiner Frisch gefüllte Wasserschüsseln zur Begrüßung! Da ging doch der anreisenden Hundemutti sofort das Herz auf. Auch beim geführten Rundgang für uns Zweibeiner - wegen der Hausregeln. Da äugte ich vor allem auf jene Dinge, die das Urlaubsleben für die Hunde schöner machen. Zum Beispiel die wirklich  bombensichere Einzäunung, in Griffhöhe angebrachter Kotkratzer mit Schaufel, Hundeparkplätze an einigen Ecken. Di...

Filip leidet - mal wieder

 Mein kleiner brauner Cocker leidet. Mal wieder. Und sechs Tage nach seiner Kastration noch immer mächtig.  Nach der Kastration: Alternative zur Plastetröte  Der arme Kerl. Zwei Jahre in Deutschland. Und wirklich besser ist es für ihn auch nach einer vergeblichen Augen OP und ziemlich vielen rausoperierten faulen Zähnen immer noch nicht geworden. Wenn es Pechvögel unter Tieren gibt: der kleine freundliche ex-Ukrainer gehört 100% dazu.  Und dabei klagt und jammert er nicht. Man (ich) muss immer wieder dreimal und genau hinschauen, um zu merken, dass der taubblinde Cocker sich ziemlich Scheiße fühlt. Und nicht etwa nur keine Lust zum Gassi gehen mit anderen verspürt.  Deutungsmäßig voll daneben hab ich als sein Frauchen übrigens dabei beim jüngsten Post in diesem Blog gelegen!!! Jedenfalls ergaben eine Zweitmeinung und das moderne Röntgenbild, dass dem alten Kerlchen die  drückende Prostata und eine geschwollene Milz so zu zu schaffen machen, dass er nur noch...

Die Besitzer voll im Griff

So viele Hunde, das sind für Filip (links) einige zuviel.     "Nö, will ich nicht",  signalisierte dieser Tage Filip. Gassi Begegnungen mit fremden fröhlich wuselnden Hunde aller Größen - nein, die mag der  taubblinde  Rüde nicht. Zu viele Artgenossen und fremde Wege sind ihm unheimlich. Also dreht das Cockertier um und lässt sich ins Geschirr fallen. Nicht völlig bockend aber mit deutlich angezogener Handbremse. Wenn ich darauf bestehe schleicht er  unwillig und im Schleichgang hinter der Meute her. Am Tag dieses Fotos blieb Filip der Sieger. Wir drehten wieder ab.  Am Tag dieses Fotos kam uns am Ende des Weges Marlies mit ihrer bejahrten Dakota entgegen. Genauer: nur Marlies kam, denn ihre Hündin hatte sich schon zuvor auf den Hintern gesetzt und teilte ihrem Frauchen nonverbal mit: Nö, zu den allen will ich nicht hin.  "Die kommt schon noch", war sich Marlies sicher und gesellte sich zu unserem zufälligen Hundebesitzertreff. Aber ihre Dako...

Die Angst vor dem Abschied

 Wer Tiere hat, der weiß: sie leben nicht so lange wie wir. Deshalb möchte die Familie meines Bruders kein Tier mehr. Sie mussten schon mehrfach Abschied nehmen. Lange, schwer und schmerzvoll. Aber noch viel schlimmer für sie wäre, wenn ihr Tier auf der Welt ohne sie zurückbleibt. Mit 66+ muss man als real kalkulierender Mensch auch diese Variante in Betracht ziehen.  Meine beiden Cocker - sie werden die letzten eigenen Hunde sein.  Auch ich habe bereits entschieden:  Mit 70 + sollen auch meine Hundchen die letzten eigenen Tiere sein. Danach - so der Plan - betreue ich vielleicht stundenweise noch Hunde anderer Leute oder füttere und streichle deren Katzen als vorübergehender Urlaubssitter. Mehr nicht. Ein gewisser emotionaler Abstand wäre damit gegeben. Wie gesagt, so lautet der Plan.  Schlimmer für uns Menschen ist nämlich die andere Seite aller innigen Mensch-Tier-Beziehungen. Der Liebling wird alt und/oder krank. Und die Prognose des Tierarztes fällt schlech...

Der Teufel sitzt im Fernsehsessel

  Mal abtauchen in poetische oder mystische Filmwelten.     Die Welt ist schwierig und alt werden echt hart. Manchmal brauchen auch wir Älteren etwas Abstand vom mühsamen Seniorenalltag mit immerfort kneifender Arthritis, Kreuzweh und schlechten Nachrichten aus der Welt. Ich stapfe dagegen täglich mindestens 10 000 Schritte mit den zwei Cocker-Hundchen in der Landschaft herum. Und ich lese gern - am Teich, im Gartensessel, im Bett. Herkömmliches Fernsehen hingegen, das gucke ich nicht mehr. Nur noch bei meiner Freundin. Bei diesen Besuchstagen fanden wir den kleinen gemeinsamen Fernsehnenner: "Das perfekte Dinner". Ich beäuge dabei die  Wohnungseinrichtungen der Kandidaten. Und, wie die beim Kampf um den Sieg fürs beste Essen miteinander oder gegeneinander umgehen. Meine Freundin indes zieht ihren imaginären Hut vor allem  für die organisatorischen Leistungen vor dem Dinner und die Kreationen von Menü und der Tafeldeko. Beide wissen wir aber: dort ist nicht...

Untergangsängste

  Das Hirschfelder Gewerbegebiet beim Hochwasser 2010  Angekündigt wurde schlimmes Wetter schon vor Tagen. Hier im sächsischen Dreiländereck soll es dann auf uns herab wie aus Kannen schütten. Aus einer 5 B Wetterlage. Wir hatten das schon mehrfach. Zuletzt, als vor 14 Jahren nach tagelangem Regen der polnische Witka-Staudamm brach und die Rückroll-Fluten der Neiße bei uns Zootiere im Tierpark und Autos ertränkten. Kleine Dorfbäche überspülten zuvor seinerzeit gurgelnd Küchen und Häuser auch in meinem Dorf mit Schlamm von höher liegenden Äckern. Seither lagern  einige Hausbesitzer am Viebig immer eigene Sandsäcke im Schuppen. Und wenn wie jetzt gerade wieder flächendeckend Dauerregen und medial Hochwasseralarm auf allen Kanälen angekündigt ist, dann reagieren wir alle äußerst dünnhäutig.  Denn niemals vergisst man als Betroffener ein so brachiales Natur-Ereignis, das Nachbarn, Freunden oder der eigenen Familie ihr Hab und Gut oder gar ihr Zuhause nahm. Die Angst blei...

Wieder was vergessen

  S chon wieder ist es passiert! Erst mailte ich den  Auftrag an eine Gärtnerei zweimal. Und verpasste den Geburtstag meiner allerbesten Freundin um einen Tag. Den der Urenkelin sogar um viele Tage. Obwohl ich inzwischen schon einen Google-Kalender tippend füttere und zusätzlich an der Wand noch der altmodische Geburtstagskalender hängt. Die Frau Nachbarin - die sich übrigens gern mal aus dem eigenem Häusle aussperrt - und ich witzeln dann darüber. Das große A wie Alzheimer stehe wohl schon auf unseren Rücken. Aber wirklich witzig ist uns bei den Spötteleien nicht zumute. Zumindest ich kann nachts (manchmal erst nach Stunden)  Gehirnjogging beim Nachbarschaftskaffee mit Elke.  wieder Ruhe finden. Wenn nach endlosen Grübeleien aus hinteren Gehirnwindungen endlich der Name des vorhin entfallenen Schauspielers oder einer bestimmten Pflanze wieder abrufbar an die Oberfläche scrollt. Boah!!! Noch ist es also nicht soweit, dass man die Uhr in den Kühlschrank legt oder de...

Charmeure und Avancen

Wenn Traummänner locken - kann es ein Alptraum werden. Foto Pixaby Kaum stehen meine fette Pilzausbeute oder das jüngste Hundeabenteuer online, schon finden sich unter  freundlich hoch geklickten Daumen und Kommentaren auch Freundschaftsanfragen aus weiter Ferne. Diesmal möchte ein Mike X aus Colorado - im Bild mit Hund im Arm und blauen Bergen im Hintergrund – gern mit mir befreundet sein. Weil? Er findet mein Profil so ansprechend und würde sich gern näher mit mir austauschen. Ich solle ihm zu diesem Zwecke doch eine Freundschaftsanfrage oder ein paar Zeilen über den Messenger Dienst zukommen lassen. Tue ich das nicht, folgen noch einige Ermahnungen. Aber Mike hat Pech. Denn er ist nicht der einzige Typ, der mit mir über ein soziales Netzwerk anbandeln will. Schon drängeln sich bereits andere Typen zwischen Hundefreunde und Ferienhausvermieter. Aktuell finden mich beispielsweise der Mittfünfziger Jan aus Norwegen und ein Jack aus Columbien ganz toll. Da darf man sich als Mittsi...

Ups - hab kein Netz

Also ich bin nicht die Generation, die bei den Spaziergängen mit Hund oder Kind noch zeitgleich mit dem Handy konferiert. Oder täglich Statusmeldungen abgibt. Allerdings war ich jetzt mal anderthalb Tage ohne schnelles  Internet. Und damit auch ohne Telefon, ohne Radio und ohne Fernseher, ohne die Frühstücks- Zeitung . Eine Katastrophe! Selbst für 70-jährige. Ich bin jedenfalls mit dem Handy in die obere Etage - weil nur dort bei uns mobiles Netz -  gestiefelt, habe die wenigen mobilen Gigabites erst vergoogelt und dann durch Anwählen von 0800er Service Nummern weiter geschröpft. Mein regionaler Anbieter hatte tatsächlich eine große mehrstündige Störung.  War das wieder der Putin? Oder wieder "nur" eine Panne bei Microsoft?  Wenn weder Internet noch Telefon funktionieren sieht Oma doppelt alt aus Egal!  Hilfe kam von einem echten, einem einheimischen und dazu noch fachlich kundigem Menschen, der nach dem üblichen Ansagen der Warteschleifen "drücken sie die 1" an...

Zinsen haschen oder sparen?

 N ein -  unterm Kopfkissen oder in der Kaffeedose haben wir von der heutigen Altersgruppe 70 +  unsere Spargroschen nicht mehr versteckt. Die lümmeln auf der Bank herum. Und wir sind mehrheitlich auch schon gewitzt genug, billige Enkeltrickser, falsche Stadtwerksmitarbeiter oder Abzocker anderer Art nicht ans mühsam ersparte Geld zu lassen.  In Kaffeedose oder Sparschwein bunkern wir kein Geld mehr   Allerdings schützt Alter ja vor Torheit nicht. Und Lebenserfahrung schützt nicht vor Verlockungen. Wäre es doch einfach zu schön, wenn ganz ohne Zutun aus wenigen Spar-Euros mehr werden. Flugs mal einen Tausender irgendwo parken, paar Jahre in aller Ruhe wachsen lassen. Ein Traum wie in dem   Roman.   Als seinerzeit Thomas Gottschalk uns sparfreudigen Teutonen in Werbespots nicht nur Gummibärchen sondern auch den Kauf von Telekom-Aktien empfahl, bin ich in den Zug nicht eingestiegen. Weil null Ahnung und vom Bauchgefühl als zu unsicher befunden....

Nachbars Katze auf Abwegen

Nein – diese Katze hat keinen Urlaub. Aber ihre Besitzer sind gerade zur Erholung in den Urlaub gefahren.  Die Ausreißerin auf unserer Mülltonne Und Nachbars haben ihren Lieblingen ein katzensicher umbautes und schick ausgestattete Außengehege (in das man durch eine Klappe immer rein und raus kann) ans Häuschen gebaut. Aber wenn keiner daheim ist? Da hatte eine der Ladys Zeit und Frust genug, ihren Ausguck auf eventuelle Schwachstellen zu untersuchen. Im Ergebnis fand sie eine und einen Weg hinaus.  Aber von dort aus wusste die liebevoll umsorgte reine indoor-Hauskatze nicht mehr weiter: hockte erst auf dem Schuppendach und dann auf meiner Mülltonne.   Cockerhündin Darja sagt dem Findling, sie sei nett zu Katzen.  Als der Nachbar anrief, hatte ich sie schon eingesammelt. Quendolin blieb ungeachtet zweier in der Stube umher wuselnden Hunde relativ cool auf einem Fensterbrett in Beobachtungsposition. Gekochtes Hühnchenfleisch lehnte sie allerdings ab. „Kenn ich nicht –...

Filip bleibt Zuhause

  Rast beim Hundetreff auf der Bank am Mühlweg. Natürlich  sind nur die Hälfte der Wuffs im Bild.  Heute ist wieder unser Hundetag. Einmal wöchentlich kommen wir - vier Frauchen mit sieben bis acht Hundchen - in unserem oberlausitzer Dörfchen zusammen. Da werden Pflege- und Erziehungstipps und Hundesorgen aller Art ausgetauscht. Weitestgehend außen vor bleiben Politik und Familie. Aber ob z.B. eine heftig angepriesene Kühlmatte was taugt und wie gefährlich Grannen sein können, das wird ganz ausführlich besprochen. Schließlich ist es ein Hundetag - und wir sind Hundefreunde.    Heute bleibt allerdings mein Filip erstmals zu Hause. Der kleine Cocker zeigte schon seit einigen Wochen, dass er lange Runden und Hundetreffs aller Art nicht mehr mag. Er signalisierte es auf typische Cockerart: durch defensivem Widerstand - bummelnd.  Bestimmt dreimal hab ich mir schon einen Tierarztbesuch für den ex-Ukrainer vorgenommen.  Aber sobald ich mit meinem Cockerdoppe...

Schlaflos in der Wolfsstunde

Welches Schlafhelferchen hilft denn nun endlich?   Es ist zum Haare raufen! Kehre ich zwischen ein und drei Uhr nachts vom unaufschiebbaren Gang auf das stille Örtchen zurück und schlüpfe wieder unter die Bettdecke, ist es vorbei: Vorbei mit der Rückkehr zum Schlaf. Nacht für Nacht. Nun kann man sich als Seniorin dann bei dem Zählen hunderter Schäfchen immer noch besser fühlen als ein durchschlafgestörter Busfahrer vor seiner Morgenschicht, aber erholsam sind solche Nächte auch für uns Oldis nicht. Und es schlaucht, wenn nach einer Unterbrechung in der  Wolfsstunde   der Schlaf nicht mehr zu erhaschen ist.  Inzwischen habe ich bei unzähligen Wiedereinschlafversuchen schon sämtliche Meere dieser Welt leise plätschernd gedanklich an mir vorbeirauschen lassen. Sorgende Gedanken mit einem relaxt ausgeatmeten "oohm" verbissen verscheuchen wollen. Ich habe von der Haarwurzel bis zu jeder einzelne Zehe zudem in alle meine Körperteile akribisch hinein- und wieder h...

Wann darf man denn alt sein?

  Schon wieder ein Geburtstag. Mit plus paar Jahren über 70 ist man schon ziemlich alt. Finde ich. Deshalb bezeichne ich mich bei Angaben zur Person auch wahlweise als Oma, Ruheständler oder Seniorin. Vermeide jedoch oft den bereits erreichten Status einer doppelten Uroma (meine Urenkel mögen es verzeihen). Denn das klingt dann sehr verdammt uralt.  Natürlich dürfen unsere Lieben uns Omas und Opas nennen. Tun das die Enkel, dann klingt das sogar wie sphärische Musik in den Oma- und Uroma-Ohren. Ansonsten umschiffen Ratgeber, Magazine und Medien aller Art tunlichst Begriffe, die alte Leute ganz ungeschönt als solche bezeichnen.  Zwar sind wir ungeachtet, oder obwohl all unserer Wehwehchen noch über das 80. Lebensjahr hinaus dankbare Abnehmer für Gesundheitsprodukte aller Art. Und nehmen dankbar Experten-Ratschläge aller Art entgegen. Auch als Reisende fühlen wir uns umworben. Sich mal noch ganz gemütlich über die Donau oder den Rhein schippern lassen – das wäre z.B...

Ein prickelndes Sommergetränk

Die Sache fing mit einem kleinem Gläschen voll Dingerchen an, die aussahen wie Kandiszucker und sich anfühlten wie gewässerte Gummibärchen. Diese lebenden Kristalle hat mir eine Hundefreundin von ihrem Wasserkefir abgeschöpft und dazu eine äußerst knappe Bedienungsanleitung mit auf den Heimweg gegeben. Demnach sollten vier Löffel Zucker, ein Liter Wasser und drei Trockenfrüchte innerhalb von ein bis zwei Tagen daraus ein erfrischendes Getränk zaubern.   Lauter verschiedene Kefiransätze in meiner kleinen Küche.  Also schon wegen der Menge Zucker reagierte ich als zuckerarm lebender Diabetiker bissl verschreckt. Dazu noch Trockenfrüchte. Wieder Zucker. Aber - nur um die Freundin nicht zu brüskieren -  riskierte ich einen Versuch. Und setzte die mitgebrachten Kristallen experimentell in einem Literglas an. Anderntags Verkostung. Ein Glas, kurz danach den Zucker messen. Dann großes Staunen. Das Messgerät wurde nach dem nächsten probiertem Glas erneut befragt. Tatsächlich...

Keine Hunde für alte Leute?

Die Oma mit ihren Cockern am Stausee  Über Diskriminierung aller religiösen und geschlechtlichen Facetten wird derzeit viel geschrieben und gestritten in unserem derzeit ohnehin politisch zerstrittenen Land. Dabei geht völlig unter, dass wir alten Leute ausgegrenzt werden: und zwar als potentielle Hundebesitzer bei Tierheimen und bei manchen "Tierschutz"gruppen. Man darf denen allen zwar bis zum 133. Lebensjahr gern und viele Spenden senden. Aber einen Hund bekommt die Oma hier und da nur bis zu einer gewissen Altersgrenze. Die kann - je nach Ansicht des Tierheimes - bei 65, 70 oder anderen Jahresgrenzen liegen.  Tierschutzgruppen basteln sogar noch viele weitere vorab-Bedingungen von der Art der Geschirre bis zum räumlichen Umfeld, bevor völlig verstörte ex-Straßenhunde in deutsche Wohnzimmer importiert werden.   Wie gut es alten Leuten mit Hunden (und ihren Vierbeinern) wirklich geht, das habe ich für den SZ-Lebensbegleiter mal aufgeschrieben.  Und ich möchte ...

Filip der große Pechvogel

Von manchen Menschen heißt es, sie würden andauernd vom Pech verfolgt. Ich habe einen Cocker-Spaniel, der immer wieder mit Volldampf auf alle möglichen Unglücksfälle zusteuert. Und dabei sollte doch vor anderthalb Jahren, als der nette Filip aus der Ukraine kam, für ihn alles besser werden. Aber denkste!!  Filip am Gartentor Jüngste Katastrophe: Neulich abends - gerade hatten Frau Nachbarin und ich unser wöchentliches Senioren Schachmatch beendet - torkelt der Filip plötzlich. Kippte um, stand mühsam auf, sackte wieder zusammen und blieb mit gegrätschten Beinen auf den Dielen liegen. Natürlich sofort ab zum Tierarzt. Einer hatte in  der 12 Kilometer entfernten Stadt so spät noch offen. Dort horchten dann zwei Tierärzte wechselweise an dem Hund herum: Kaum noch hörbarer Herzschlag, Puls um 40. Tasten, messen und rätseln. Schließlich die Frage des Chefs: Nehmen sie Blutdrucksenker? "Ja freilich, schon seit Jahren". Und könnte der Hund eine Tablette gefressen haben? "Eigent...

Schach dem Blutdruck

  Donnerstag ist Seniorenschach mit Elke Also meine Frau Nachbarin und ich: Wir treffen uns donnerstags zum Kaffeeklatsch. Meist bei mir. Momentan noch indoor. Dabei tauschen wir Familien- und Dorfneuigkeiten - in unserem Alter aber auch ärztliche Diagnosen - aus. Neuerdings spielen wir. Schach. Gehirnjogging für Oldis nennt das die sonst  kreuzworträtselnde Elke. Zugegeben, wir mussten erst Tante Google fragen, ob der schwarze König oder die schwarze Dame aufs schwarze Feld gehören. Aber dann ging es los mit uns und dem Spiel der Könige. Denksport eben. Sehen wir ganz locker. Mal geht es ganz rabiat zur Sache. Die Königin verloren? Macht nix, nehme ich eben deinen Turm weg. An anderen Donnerstagen brüten wir zwei am runden Tisch gefühlte Ewigkeiten über einem Zug und stecken fest, weil keine von uns nicht mal zu einem Bauernopfer bereit ist. Jeder Schachgroßmeister würde sich ob unserer Spielerei schaudernd die Haare raufen. Aber wir spielen ja nicht für Kasparow. Ab und an w...

Ein alter Mann ist weg

Ein beschaulicher Abend im Februar. Rotierende Blaulichter, Notarztwagen und Sanka. Oberhalb unseres "Partyschuppens". In dem wir hiesigen Hundefreunde uns einmal wöchentlich treffen.  Man sieht ja in solchen Gassen, wenn Notdienste anrücken.  Wir - alle sind bereits Senioren. Die meisten unserer Hunde sind es übrigens auch.  Aber zurück zu dem rotierendem Blaulicht. Bei uns aufm Dorf. Da  fragt man sich eben, ob die Helfer wohl zur Oma K. kommen".  Nein! Die Oma K war es nicht. Den 86-jährigen Heller Maxe haben sie mitgenommen. Wir Hundefreunde sind entsetzt. Der olle Heller Maxe, der hat doch vor einem Jahr noch für die halbe Nachbarschaft den Winterdienst gewuppt. Der ist doch zuvor immer zu einer Freundin ins Vorgebirge marschiert. Der hat mir vor 30 Jahren bei meinem Einzug aufs Dorf noch handwerklich ein super Badfenster gebaut, das übrigens bis heute dicht ist.  Und nun das. Der Dorfklatsch weiß es zu berichten: Maxe ist mit seinen 86 Jahren inz...