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Die Angst vor dem Abschied

 Wer Tiere hat, der weiß: sie leben nicht so lange wie wir. Deshalb möchte die Familie meines Bruders kein Tier mehr. Sie mussten schon mehrfach Abschied nehmen. Lange, schwer und schmerzvoll. Aber noch viel schlimmer für sie wäre, wenn ihr Tier auf der Welt ohne sie zurückbleibt. Mit 66+ muss man als real kalkulierender Mensch auch diese Variante in Betracht ziehen. 

Meine beiden Cocker - sie werden die letzten eigenen Hunde sein. 

Auch ich habe bereits entschieden:  Mit 70 + sollen auch meine Hundchen die letzten eigenen Tiere sein. Danach - so der Plan - betreue ich vielleicht stundenweise noch Hunde anderer Leute oder füttere und streichle deren Katzen als vorübergehender Urlaubssitter. Mehr nicht. Ein gewisser emotionaler Abstand wäre damit gegeben. Wie gesagt, so lautet der Plan. 

Schlimmer für uns Menschen ist nämlich die andere Seite aller innigen Mensch-Tier-Beziehungen. Der Liebling wird alt und/oder krank. Und die Prognose des Tierarztes fällt schlecht aus. Auch der zweite Veterinär weckt keine Hoffnung mehr, die teure OP schafft nur einige Monate Hoffnung. Der Abschied droht. Unvermeidlich. Gerade hatten wir doch mit dem Wuff noch Urlaub gemacht, sind geradelt oder haben die Familie besucht. Und nun? Ächzt er immer öfter beim Aufstehen oder signalisiert Schmerzen statt zu schlafen.  

   

Mein freundlicher Filip. Es sieht momentan so aus,
als müsste ich ihn bald gehen lassen.   

Ich sorge mich gerade um meinen taub-blinden Ex-Ukrainer. Er hat oft Schmerzen und ich Angst vor dem Abschied. Regenbogenbrücke hin oder her. Die ist doch nur unser frommer Wunsch, das unsere Hunde in einem eigenen Himmel landen mögen. 

Meinem Bruder und allen Hundefreunden hab ich immer forsch gesagt und geschrieben, das man alte und kranke Tiere in Ruhe gehen lassen sollte. Und ich? Ich weine jetzt schon um meinen freundlichen ex-Ukrainer.       


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