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Der Teufel sitzt im Fernsehsessel

 

Mal abtauchen in poetische oder mystische Filmwelten.    

Die Welt ist schwierig und alt werden echt hart. Manchmal brauchen auch wir Älteren etwas Abstand vom mühsamen Seniorenalltag mit immerfort kneifender Arthritis, Kreuzweh und schlechten Nachrichten aus der Welt. Ich stapfe dagegen täglich mindestens 10 000 Schritte mit den zwei Cocker-Hundchen in der Landschaft herum. Und ich lese gern - am Teich, im Gartensessel, im Bett. Herkömmliches Fernsehen hingegen, das gucke ich nicht mehr. Nur noch bei meiner Freundin. Bei diesen Besuchstagen fanden wir den kleinen gemeinsamen Fernsehnenner: "Das perfekte Dinner". Ich beäuge dabei die  Wohnungseinrichtungen der Kandidaten. Und, wie die beim Kampf um den Sieg fürs beste Essen miteinander oder gegeneinander umgehen. Meine Freundin indes zieht ihren imaginären Hut vor allem  für die organisatorischen Leistungen vor dem Dinner und die Kreationen von Menü und der Tafeldeko. Beide wissen wir aber: dort ist nichts so wirklich echt und nichts so wie es scheint. 

Aber wir Menschlein, wir wollen und wir brauchen - offenbar lebenslang - halt ein paar Illusionen. Märchen zum Abschalten, zum Wegschalten von schlechten Nachrichten und im Alter auch als Flucht vor Kreuz- und anderem Weh. Ich hole mir über einen Streamingdienst gerade Lucifer  ins Haus. Kurz nach 19 Uhr hole ich die Serie um den Teufel auf Erden per Knopfdruck in meinen Fernsehsessel. Einen frechen, flachbäuchigen und schicken Kerl mit Zweitagesbartschatten. Der Teufel - in sechs Staffeln - unterwegs in LA. Und ich schaue im sächsischen Lesesessel seinen Abenteuern zu. Der ewigen  Liebesgeschichte mit der Detektivin, den Sitzungen aller möglichen Himmelswesen mit einer feschen Psychotherapeutin. Alles völlig abseits jeder Realität. Aber gerade deshalb eine nette Unterhaltung.     

 

 





     

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