Direkt zum Hauptbereich

Hilfe - der Hund ist weg

Heute kam eine tolle Verlockung der Telekom in mein Werbemailfach. Einfach den dort angepriesenen Tracker bestellen, für mindestens sechs Monate monatlich 5 Euro zahlen und dafür immer wissen, wo der  Hund  ist. Wenn er mal weg ist.

Diese drei würden liebend gern einzeln, zu zweit oder
komplett abdüsen. Da hilft kein GPS. 


Wenn Vierbeiner plötzlich stiften gehen, ist das wirklich ein Scheißgefühl bis hin zur Panik. Ich kenne inzwischen die verschiedensten Varianten davon. Unser seliger Seppi büxte vorzugsweise in der Dunkelheit den lockenden Düften einer heißen Hündin nach aus. Old  Oscar wiederum zog es lediglich zu offen stehende  Hintertüren der Nachbarschaft und zu den duftenden Grillplätzchen anderer Leute.


Bruno im Zittauer Tierpark. Vor lauter lecker Meerschweinchen.


Und der heute so gehorsame Brummelbruno? Der ließ mich zu Beginn des Zusammenlebens mehrfach sinnbildlich und wörtlich im Regen stehen. Er ging halt mal solo über den Acker oder in den Busch.  Ein "Hobby", dass die zuvor soooo brave Darja (halt ebenfalls gezüchteter Stöberhund) bald mit ihm teilte. Mit der nun hier lebenden Riesenschnauzerin Eby wohnen jetzt sogar drei "Jäger" ohne Jagderlaubnis im Haus. Da könnte man als zweibeiniger Rudelhüter schon mal auf die Idee kommen, Smartphone und Hunde via GPS-Halsband zu koppeln, um wenigstens auf dem 5-Zoll-Display schauen zu können, wo  ein  Waldi ist. Zumal wir hier im Wolfsgebiet und im Einzugsbereich eines ansässigen Wolfsrudels mit Nachwuchs leben. Wenn der Hund da mal weg ist???? Kann es eben auch richtig schief gehen, ohne dass ein Jäger schießt.

Die Cocker an den Leubener Teichen. Obwohl bei
uns die Wölfe wohnen, gehen wir noch in den Wald.  

Aber nun die Preisfrage: Würde euch so ein "Hundfinder" wirklich helfen?  Überlegt selbst.

  • Hilft so ein Teil euch beim täglichen Gassigang bei unerlaubten Jagdausflügen? Da muss das zuvor aufgeladene Teil erst am Hund angebracht werden. Und ich muss vor und während der Hunderunde ständig checken, ob ein GPS-Signal anliegt und Smartphone und Hundehalsband noch miteinnander kommunizieren. Kann man dabei noch mit dem eigenen Hund kommunizieren? Und zwar, bevor der abhaut?
  • Hilft das Teil, wenn man  in fremden Urlaubsregionen oder an Silvester mit Hund unterwegs ist ? Ja, zur eigenen Beruhigung!! 
Nein, dieser Tracker ist nur eine der vielen technisch, menschlichen Spielereien, mit denen wir nun auch noch unsere Hunde ins Smartphonezeitalter führen möchten Aber die wollen das nicht. Sondern mit uns unterwegs sein. Ohne abonnierte GPS-Ortung oder Rückrufhilfe!

Also üben wir, mit Worten, Gesten und Ansagen.  Abruf. Rankommen. Grundkommandos usw.  Denn was nützt die App-gestützte GPS-Ortung, wenn der Hund weg und man gerade keinen Netzempfang hat? Oder das Signalteil nicht geladen ist? 

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Platz schaffen für Neues

Keine Frage: wir Menschen sind immer noch Sammler und Jäger. Nur jagt und sammelt man heute anders: nämlich kaufbare Güter aller Art.  Wir Frauen waren immer schon Sammler. Hier eine Sammlerin im kleinen und feinen Urmenschen   Museum in Steinheim entdeckt.  Wenn wir Hundefreundinnen uns dienstags treffen, zeigt man sich kurz neue Schnäppchen auf dem Handy herum. Mit der Zeit sammeln sich irgendwann ziemlich viele - auch etliche "Nichthundedinge" - an. Alles (ob Joghurtbereiter, Bastelzubehör, Fliegenwedler oder elektrische Gartenhacke) braucht Platz. Aber beschänken wir uns vorerst auf  Hundesachen. Selbst für die ist nicht einmal bei Hausbesitzern Stauraum unendlich verfügbar.  Das geht schon bei den Klamotten für Frauchen und Herrchen los. Der ganzjährig Gassi gehende und ländlich lebende Hundebesitzer benötigt für sich und die dreimal täglichen Gänge robuste Sommer-, Herbst- und Winterregensachen inklusive Gummi- Winter- und Wanderschuhen. Und die Stirnlampe...

Zwei höfliche Jungs

Manchmal gibt es spannende Begegnungen und Beobachtungen quasi vor der Haustür. Hier hatte ich mit der schwarzen Casey für ein paar Stunden einen Gasthund.   Na ihr Mädels, lasst doch mal riechen Und dabei war der Freilauf zwischen Dorf- und Feldrand für die 13-jährige Besuchshündin schon ein Abenteuer und für uns beide Training. Muss doch der Abruf bzw. das Dirigieren an den Grünstreifen schnell und prompt klappen, wenn Autos diese Spielstraße nicht langsam genug herankommen. Mein Cockerchen Darja - Vorzeigehund solange kein jagdbegeisterter Artgenosse animierend mitläuft - machte ihre Sache gut. Und dann kamen zufällig aus dem Nachbarort die großen Jungs mit ihrem Herrchen. Beide größer und dreimal schwerer als die Mädels. Beide begeistert, unterwegs mal wieder Artgenossen zu treffen. Beide aber auch gehorsam und gut sozialisiert. Sonst hätte ich diese Situation nicht  so "laufen" lassen.     Soziale Kompetenz wird bei der Kontaktaufnahme deutlich. Da wir...

Warum Rentner nie Zeit haben

 Das liegt unter anderem an lauter neuen Herausforderungen der neuen Zeit. Nehmen wir nur mal die bestellte Gartenbox. Ein einfaches Klicksystem stand in der Beschreibung bei der Bestellung. Allerdings erwies sich die Gebrauchsanleitung als ein Bilderrätsel.  Was ist hinten? Was vorn?  Einmal falsch gesteckt - und nicht mehr korrigierbar Kurz mal Klick und Klack und schon sollte die etwas wacklige Plaste zusammen gesteckt sein. Denkste! Einmal ein Teil zu zeitig falsch gesteckt und schon geht nichts mehr in Richtung Fertigstellung. Es kostete mich zweimal eine Stunde sowie zwei lange Verschnauf- und Denkpausen und gefühlt einen Liter Schweiß ehe die Gartenbox dann doch fertig war. Zwischenzeitlich hatte ich sogar an meinem Verstand gezweifelt. Bis dann alle örtlichen Hundefreunde bekannten, das der Zusammenbau von Gartenboxen auch für sie eine zeitliche und geistige Herausforderung gewesen ist.  Ein anderer Zeitschlucker: Meine liebste Freundin hat eine große Feier. ...