Direkt zum Hauptbereich

Geschichten für den Lesesessel

 

Eine Buchtauschbörse: die Bushaltestelle Schlegel (Oberlausitz)  

Es gibt ihn noch. Den spannenden oder heiteren Lesestoff. Sogar zum Nulltarif. In meinem Oberlausitzer  Dörfchen, aber auch in den Nachbarorten Schlegel und Hirschfelde sind aus Buswartehäuschen kleine Fundgruben für Bücher entstanden. In diesen Tauschbörsen können sich Bücherfreunde etwas mitnehmen und Bücher bringen. Können sich auf einer Bank niederlassen und dann blättern. Lockt der Inhalt? Gefällt der Schreibstil? Ist die Schrift auch nicht für 65+ zu klein? Fragen, die bei den oft eingeschweißten Exemplaren im Buchhandel offen bleiben. 

Die nachfolgend empfohlenen Geschichten für den Lesesessel sind samt und sonders gebrauchte und dort gefundene Bücher. 

Rotkäppchen raucht auf dem Balkon


Nicht für alle Erzählungen des vielschreibenden "Dampfplauderes" können drei Sterne vergeben werden. Aber vergnüglich schreibt er meistens, der Wladimir Kaminer. Und er bleibt bei aller Spitzzüngigkeit immer liebevoll. Insbesondere, wenn es um seine russische Mama und ihre Freundinnen - samt und sonders 80 älter - geht. 

  Oma, die Nachtcreme ist für 30-Jährige 


 Auf Facebook hat Anja Fritsche über Jahre hinweg Alltagsbegebenheiten mit ihrer 107-jährigen Oma eins und ihrer 100-jährigen Oma zwei aufgeschrieben und bebildert. Aus den Episoden entstand später das Buch. Aus ihnen lässt sich das liebe- und achtungsvolle Miteinander der drei Generationen herauslesen. Hier stehen nicht die  Einschränkungen oder kleine Alterspannen im Vordergrund, sondern die schönen Sachen, die halt noch gehen. Die zumeist in Dialogform gehaltenen Kapitel geben Einblick in ein herzliches Familienleben und das Wunder eines so hohen Alters. 

Männer in Kamelhaarmänteln


Über Lieblingsblusen, verpönte Farben und die Peinlichkeit in Umkleidekabinen Unterwäsche anzuprobieren schreibt Elke Heidenreich. Aber sie plaudert auch über Promis, verunglückte Liebesgeschichten, Kultur und Promis. Nicht alle der kleinen Geschichten sind für alle, aber in der Summe ist diese Modeplauderei ein wunderbares Gutenachtbuch. Und wem es mal zu englisch wird, der blättert einfach zum nächsten Kapitel.     

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Platz schaffen für Neues

Keine Frage: wir Menschen sind immer noch Sammler und Jäger. Nur jagt und sammelt man heute anders: nämlich kaufbare Güter aller Art.  Wir Frauen waren immer schon Sammler. Hier eine Sammlerin im kleinen und feinen Urmenschen   Museum in Steinheim entdeckt.  Wenn wir Hundefreundinnen uns dienstags treffen, zeigt man sich kurz neue Schnäppchen auf dem Handy herum. Mit der Zeit sammeln sich irgendwann ziemlich viele - auch etliche "Nichthundedinge" - an. Alles (ob Joghurtbereiter, Bastelzubehör, Fliegenwedler oder elektrische Gartenhacke) braucht Platz. Aber beschänken wir uns vorerst auf  Hundesachen. Selbst für die ist nicht einmal bei Hausbesitzern Stauraum unendlich verfügbar.  Das geht schon bei den Klamotten für Frauchen und Herrchen los. Der ganzjährig Gassi gehende und ländlich lebende Hundebesitzer benötigt für sich und die dreimal täglichen Gänge robuste Sommer-, Herbst- und Winterregensachen inklusive Gummi- Winter- und Wanderschuhen. Und die Stirnlampe...

Ein toller Gasthund

  Darja war lange die "Behindertenbeauftragte" für den behinderten Filip Drei Monate ist der freundliche ex-Ukrainer Filip nun schon im Hundehimmel. Und Cockerchen Darja und ich sind nach ihm  - dem zweiten Zweithund - wieder allein. Seither überscrolle ich tapfer all die traurigen von Tierschutzleuten verfassten Hilferufe oder die von Tierheimen geposteten Adoptionsangebote. Warum? Nun, wer sich als alleinstehender Mittsiebziger einen Zweithund oder gar einen Welpen ins Haus holt, der ist für mich kein wirklicher Hundefreund. Z.B kann man für nur einen Hund posthum dessen Übernahme regeln. Aber wer von der Familie oder Freunden soll gleich zwei Tiere übernehmen?  Rechts posiert hier kein neuer Zweithund, sondern Omas zeitweiliger Gasthund Cassey. Die schon 13-jährige Hündin meiner Hundefreundin war wegen Abwesenheit ihrer Leute nur mal drei Tage hier und hat mir dabei spannende Einblicke in Sachen Kommunikation und Anpassung ermöglicht. Auch die kleinen Einblicke in das ...

Zwei höfliche Jungs

Manchmal gibt es spannende Begegnungen und Beobachtungen quasi vor der Haustür. Hier hatte ich mit der schwarzen Casey für ein paar Stunden einen Gasthund.   Na ihr Mädels, lasst doch mal riechen Und dabei war der Freilauf zwischen Dorf- und Feldrand für die 13-jährige Besuchshündin schon ein Abenteuer und für uns beide Training. Muss doch der Abruf bzw. das Dirigieren an den Grünstreifen schnell und prompt klappen, wenn Autos diese Spielstraße nicht langsam genug herankommen. Mein Cockerchen Darja - Vorzeigehund solange kein jagdbegeisterter Artgenosse animierend mitläuft - machte ihre Sache gut. Und dann kamen zufällig aus dem Nachbarort die großen Jungs mit ihrem Herrchen. Beide größer und dreimal schwerer als die Mädels. Beide begeistert, unterwegs mal wieder Artgenossen zu treffen. Beide aber auch gehorsam und gut sozialisiert. Sonst hätte ich diese Situation nicht  so "laufen" lassen.     Soziale Kompetenz wird bei der Kontaktaufnahme deutlich. Da wir...