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Das Verbotswort

Teil 2 -  kleine Alltagstipps für Hundeleute: 

Lass es sofort!!! 

Nein, die Welt ist nicht sicher. Auch für unsere behüteten Hunde nicht. Wir müssen dennoch wissen: Alle  Lebensgefahren können wir ihnen nicht aus dem Weg räumen. Zu solchen gehören nicht nur kranke Typen, die Giftköder oder Schlimmeres an beliebten Hundepisten auslegen. Böse Folgen kann schon der Schokoladenweihnachtsmann auf dem unbeaufsichtigtem Tisch haben. Oder im Sommer das süße Schneckenkorn in Nachbars Garten. Ja, selbst eine verschluckte Kastanie oder gammlige Wurst in Pelle an der Gassi-Strecke kann einen Not-Einsatz des Tierarztes zur Folge haben. Gut, wer für solche Fälle einen "Brüller" trainiert hat, bei dem unserem Liebling alles aus der Schnauze fällt. Oder er Beabsichtigtes unterlässt. Und zwar pronto!!! 

Diesen aasigen Rehrücken "erbeutete" Darja - muss ihn abgeben.
Da sie aber abgeben gelernt hat, brauche ich selten den Notschrei.  

Der Begriff Aufschrei, er ist absichtlich gewählt. Oder würdet ihr ein Kleinkind, das gerade mit Omas Häkelnadel in der Hand die Steckdose anbohren will nur leise geflötet bitten, das zu unterlassen?  Nein. Beim Hund kann man - wenn Gefahr im Verzug - auch keine langen Volksreden wie:  "Pfui Liebling, lass doch den ekligen Knochen liegen!"  halten. Übrigens geben Hunde ungern gefundene oder erjagte Beute freiwillig her. Erst recht nicht, wenn ihr sie herzlichst liebender Mensch sanft zu überreden sucht.  "Beute" - ist überlebenswichtig fürs Überleben. Schon Welpen aller Arten kampeln um die beste Zitze und später um die die besten Stücke. Abgeben einer Beute? Das ist Unterordnung unter einen Ranghöheren. In der Natur hungert, wer seine Beute nicht verteidigen bzw. selber fressen kann. Und die unteren Chargen, die müssen halt warten, was die oberen übrig lassen. Ihr müsst also ranghoch oder nur ein Dosenöffner ohne Autorität sein.  

Das ultimative Verbotswort, es muss laut und kurz daherkommen. Ich habe für uns ein "lautes Nein" in Feldwebellautstärke gewählt. Man kann auch beliebige andere Worte wie "lass", "aus", "no" usw. nehmen. Wichtig: es darf nicht schon anderweitig häufig zwischen Hund und Mensch benutzt werden.  Zum Beispiel für das Abgeben von Spielzeug. Oder für das Warten am Futternapf.  Oder gegen das Drängeln an der Haustür.  Also wählt euer absolutes Verbotswort gut aus. Und verwendet es sparsam.   

Aber!! Dual kann man seinem Jung- oder Neuhund bereits spielerisch bei kleinen Beschäftigungen das Abgeben oder Tauschen von Dingen schmackhaft machen. So nach dem Motto: hier ist ein Leckerchen, aber erst gib mir das Spielzeug. Wer das tut, hat das Abgeben von Dingen schon mal trainiert. Und zieht sich nebenbei manchmal dadurch sogar einen feinen Assistenzhund heran. 

 Ein Möhrchen hergeben und Leckerchen dafür bekommen.
Abgeben und Tauschen ist eine gute Übung         

 Aber jetzt zu Sache: Wie bringen wir dem Wuff das wirklich ultimative Nein-Wort bei? Man kann da etwas nachhelfen.  Zum Beispiel, indem - scheinbar unbeabsichtigt - nach der Heimkehr vom Einkauf der Korb mit den leckeren Dingen in niedriger Höhe etwa auf der Bank im Flur stehen bleibt. Und das Frauchen geht weg. Sobald unser Hundchen sich am Einkaufskorb mit der extra oben drapierten Wurst vergreifen will, dann kommt es das ganz laute Nein-Wort! Der Aufschrei unserer Sorge. Leute stellt euch einfach vor, das wäre ein Giftköder. 

  • Und wenn der Liebling nur guckt, statt die Nase sofort aus unserem  Einkaufskorb zu nehmen,  dann fliegt was. Auch sofort. Innerhalb von drei Sekunden und nicht direkt auf, sondern vor oder hinter den Hund gezielt. Es eignen sich leere kleine Plasteflaschen, notfalls auch die Leine oder ein Pantoffel, der gerade in Griffweite ist. Hauptsache: es poltert mächtig gewaltig. Diese Dinge sollte man griffbereit haben. Wie bei den meisten Hundedingen ist das Timing wichtig. 
  • Wenn aber jetzt der so plötzlich laut verschreckte Einkaufskorberkunder den Schwanz einzieht und vom Korb weghupft? Dann gibt es keinen begeisterten Zuspruch und keinen Trost. Anders als bei bei vielen anderen Hundeerziehungsaufgaben bleiben etwaiges Kuscheln oder Leckerli für den braven Kerl aus. Nach dem bösen Nein-Wort und dem prompten Donnerwetter tragen wir nur stumm den Einkaufskorb in die Küche. Und gehen dann weiter unserem Tagwerk nach.  
Denn dieses Nein-Wort ist eine Notbremse. Und genau so sparsam, aber auch ohne Diskussion muss es benutzt werden.  Jedoch kann man bei allen Beschäftigungen mit Hunden neben dem Abgeben auch das Liegenlassen von "Beute" üben. Dabei darf dann aber kräftig gelobt oder getauscht werden. 

Schwere Übung, aber nicht die Wurst, sondern ein Leckerchen gibt es. 

Ich habe inzwischen eine Art Vorsignal vor dem bösen Nein-Wort eingeführt.  Ein lautes "Äh,äh"- und das Hundchen geht nicht erst zum Komposthaufen des Nachbarn gucken. Dafür gibt es  dann natürlich ein dickes Lob. 

Hier findet ihr: 


          

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