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Von Anrufen und Weihnachtsbitten

 


Der Schlegeler Teich - Spenden müssen nicht immer für Afrika sein.  

Ein beliebiger Vormittag. Das Telefon klingelt. Auf dem Display eine Berliner Nummer. Eine überdeutlich akzentuierte Stimme fragt, ob ich - die Frau XY - dran sei. Standardmäßig frage ich retour: "warum?"  Und erfahre, dass bald mein Stromanbieter die Strompreise erhöhen wird. Um dessen böser Abzocke zu entgehen biete man mir - der Oma - hiermit einen neuen Vertrag ganz anderswo an.  Ich solle nur kurz mal "ja" sagen, ob ich das verstanden hätte. So etwas läuft immer wieder. Jetzt und bis zum Jahresende besonders gern. Das ist die virtuelle Weiterentwicklung früherer Werbeverkaufsfahrten. Wie damals warnen uns zwar auch jetzt Polizei oder Verbraucherzentralen medial vor diesen Tricksern und &. 

Aber jetzt könnten wir über " google" erst mal über die aktuellsten Varianten für Abzocke und Angstmache googeln. Aber das muss man mit 70+ erst einmal drauf haben. Wir Oldis wissen inzwischen ja schon über viele Enkeltricks Bescheid, aber wirklich schützen kann uns keine Behörde vor den immer neuen Varianten der Nepper, die uns z.B. als Zoll bitten, Einfuhrgebühr zu überweisen.  Oder jenen, die uns weismachen, sie wollen uns beim Strom sparen helfen.   

Wer genau ruft mich gerade bettelnd an?

In der Vorweihnachtszeit rücken jedoch die Werbe-  und Stromanbieteranrufe in den Hintergrund. Dafür  flattern aufwändig gestaltete Spendenbitten aus aller Welt fast täglich in Omas Briefkasten. Manchen dieser "Weihnachts-Spenden-Bitten" - z.B. für Tierschutzhunde oder hungernde Kinder, würde ich liebend gern nachkommen. Sie sprechen mein Herz an. Und ein wenig das schlechte Gewissen. Weil es einem bei aller Maulerei ja hier noch mit den pünktlichen monatlichen Zahlungen der Rentenkasse ziemlich gut geht. 

Aber wieviel  Prozent vorweihnachtlicher Wohltätigkeit kämen am Ende wirklich bei denen an, die mehr Hilfe als ein paar Spenden brauchen? Ich bin da eindeutig zu misstrauisch. Aufwändig gestaltete Webseiten und Bittbriefe mit kleinen Werbegeschenken mindern dieses Misstrauen kein Stück. Bei Aktionen wie "Weihnachten im Schuhkarton" oder "Lichtblick" ist der Weg zwischen Empfängern und Spendern zwar offen gelegt, aber auch da wird auf diesem Weg wieder viel verwaltet. Es entscheiden zudem irgendwo fremde Menschen, wer was und wofür von den mit viel PR eingesammelten Spenden bekommt.  

Nein - das ist nicht mein Ding. Wenn ich schon neben GEZ, Hundesteuer, nachträglichen Krankenkassenbeiträgen und zig anderen Gebühren was freiwillig abgegeben möchte, dann gebe ich das trotz aller gühweinseliger Vorweihnachtsstimmung nicht an ferne Empfänger.  Sondern lieber - und nicht nur zu Weihnachten - einen Betrag an Leute, die vor Ort etwas ganz ohne Zuschüsse und ohne Fördermittel tun. Die regionale Rettunghundestaffel, der Zittauer Tierpark oder eben der Teichvervein  sind für mich gute Adressaten. 

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