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Umzug - vorerst abgeblasen

Frühling 2022. Unsere beschauliche dörfliche Rentnerwelt ist aus den Fugen geraten. Der Krieg in der Ukraine bestimmt unserer Denken. Zunehmend auch unser Leben. Wieder mal - wie schon seit Jahrtausenden - wird um Gebiete, Macht, Märkte und um Einfluss gefochten. Diesmal zusätzlich mit Rohstoffen, Videobotschaften, Sanktionen, Angstmache auf allen Kanälen und mit ganz viel Propaganda. Schon in den zwei Corona-Jahren zuvor wurde vor allem viel Stimmung erzeugt statt Wissen vermittelt und es wurden Meinung regelrecht gemacht. Schon das hat uns im Umgang miteinander nicht gut getan. 

 
Unsere Wolkenfabrik; das polnische Kraftwerk Turow. Vielleicht kommt
von dort mal Strom für uns, wenn wir uns selbst das Gas abdrehen?

Nun hatten ja die Frau Nachbarin und ich nach jahrelangen winterlichen Diskussionen endlich kühn  beschlossen: Wir geben unsere alten Häusle im  "noch sind wir fit-Stadium auf ". Wir ziehen in seniorengerechtes Wohnen und in die Stadt. Mit Supermarkt und dem Arzt um die Ecke, mit Fahrstuhl und ebenerdiger Dusche.  Fernwärme sowieso. Denn auch in unserem  lauschigen Dörflein war der Wegfall von Friseur und Bäcker nur der Anfang. Die nächsten Schließungen köcheln schon in der Gerüchteküche. Also schnell weg, solange noch kein Rollator im Flur steht. Wir haben sogar einen Makler kommen lassen, den Boden ausgemüllt und bei Großvermietern schon Wohnungen beäugt und uns auf die Warteliste setzen lassen. Kurzum: wir waren bereit. Für noch ein paar nette und vor allem selbst bestimmte letzte Jahre mit Bequemlichkeit und nach Bedarf aufgedrehter Zentralheizung.  

Und Jetzt!!!??

Sollen wir wirklich? Die immerhin sicheren eigenen vier Wände verlassen? Wie wird es sich wohl leben in zwei, drei, fünf Jahren in unserem Deutschland?  Ist das überhaupt noch mein Deutschland? Das Land, in dem ich 37 Jahre in der DDR und 32 Jahre in der Bundesrepublik gelebt habe? Ein Land, in dem die grünen Hoffnungsträger von einst gerade lauthals nach Panzern und schweren Waffen schreien, um einen Krieg zu befeuern. Indem komplizierte "Entlastungspakete" an uns Senioren vorbei gehen. In dem uns ein ein hoch bezahlter Ex-Bundespräsident im von uns teuer bezahlten Fernsehen zum Frieren für die Freiheit ermuntert?  Nein! Da ist meine Grenze überschritten. Frieren oder gar beim Kochen auf den Stromzähler schauen - das will ich nicht mehr. Also bleib ich daheim.  

Deshalb lieber noch mal gut Holz geholt vom netten tschechischem Lieferer.  

Ob nächstes oder übernächstes Jahr noch mal die Kraft für einen neuen Anlauf in eine erträumte bequeme städtische Seniorenwohnung reicht? Die Winter, die werden wohl gefühlt - hier wie dort - mit jedem Lebensjahr länger und kälter.  Auch deshalb bleib ich vorerst hier. Wo Nachbarn und Hundefreunde helfend einspringen würden, wenn die Oma in Not ist.  

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