Direkt zum Hauptbereich

Ein Kobold im Haus

Oh nein, hier geht es nicht um die kleine Spukgestalt. Gemeint ist ein Haushaltgerät. Warum ich einem solchen Teil viele Worte widme? Nun, meine Haushaltambitionen beschränken sich - der Ordnung halber - auf das Notwendige. Mehr muss nicht sein. Diese Grundeinstellung wirkt sich auf die putztechnische Ausstattung aus. Während meine Hundefreundinnen über neueste Saugroboter, über Dampfreiniger und Milbenvernichter Bescheid wissen und viele elektrische Putzhelfer ordern, probieren und auch mir wärmstens ans Herz legen, reichen mir unverzichtbare Hilfsmittel.  

Eine West-Kult-Marke: mein neuer Oldi-Sauger

Zu denen gehört ein Staubsauger. Möglichst einer, der monstermäßig Tierhaare aus Ecken und Teppichen holt und auch sonst robust ist. Aber dafür drei- oder gar vierstellige Beträge ausgeben? Nee, ich nicht. Mehrere Staubsauger rollten in den vergangenen Jahrzehnten durchs Haus, wurden Treppen rauf und runter getragen und haben mal mit, mal ohne teure Beutel ihren Dienst getan. Keiner kam wegen seines großen Markennamens hier an. Sie mussten kräftig saugen und möglichst preiswert sein. Fiel ihnen später ein Rad ab, brach ein Plastenippel oder konnten auch neue Staubfilter die Saugkraft nicht mehr herstellten. Tja, dann musste halt ein neuer Sauger her. 

Jüngst prustete der aktuelle Bodenstaubsauger nur noch asthmatisch und ließ verkrümelte Kekskrümel, Hundehaare und verschüttete Asche halb liegen. Ersatz musste her. Doch wegen anderer dringlichen Ausgaben war ein preiswerter Ersatz gerade das Gebot der Stunde. In einem Kleinanzeigenportal fand ich ihn: einen Kobold.  Name?: nie zuvor gehört. Firma?: mir als DDR-Gewächs unbekannt. Preis?: 20 Euro, aber dann ja, ist einen Versuch wert!!  

Aber vorher erst einmal googlen.  Vorwerk, aha das ist eine extrem teure Kultmarke des Westens und ihr  Kobold ein Dauerbrenner. Seit 1939 produziert und nur im Direktvertrieb zu haben. Aber!!! Sieh an und Hut ab: selbst für die "Kobolde" der Baujahre von vor 30-40 Jahren gibt es bis heute noch alle Ersatzteile, alle Tüten und sogar den Service vom Hersteller. Außerdem sind die Dinger robust und fast unkaputtbar. Das ist ja mal Nachhaltigkeit. Dafür kann man ja experimentell als Ossi mal 20 Euro für so ein Kult-Teil riskieren. 

Beim wöchentlichen Treff mit den Hundefreundinnen lobte ich das kultische "Schnäppchen" ausgiebig und in höchsten Tönen. Das mein Teppich fast von diesem Oldi-Staubsauger hochgezogen sei, das riss die Anhängerinnen neuester Haushalttechniken allerdings nicht wirklich vom Hocker. Erst als bei Renate der eigene teure Staubsauger den Geist aufgab, erinnerte sie sich meiner Schwärmerei. Wir googelten nach "Kobolden" und fanden einen gleich ums Eck. Auch nur für 20 Euro - da kann man ja kaum etwas falsch machen.  

Inzwischen laviert sie - begeistert - mit diesem Uralt-Staubsauger im Haus herum. Eine andere Freundin holt mit dem kräftigen "Tiger" (ebenfalls ein ebay Schnäppchen der Vorwerk-Familie) mittels Teleskopstange inzwischen Spinneweben aus ihren hohen Altbaudeckenecken und fetzt mittels Spezialbürste die Milben aus Matratzen. Eine dritte Freundin hat sich einfach nur von unserer momentanen Begeisterung anstecken lassen und ebenfalls mal einen "Kobold" für ihren Hundehaushalt ersteigert. 

Ich bin beeindruckt. Was (Hut ab!!) daran beeindruckend ist? Dass es Geräte gibt, die tatsächlich 40 Jahre nach ihrer Produktion noch funktionieren und gewartet werden. Nachhaltigkeit eben.    

    


 


Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Die Dorfjugend hat gefeiert

 Schock bei der täglichen Hunde-Morgenrunde. Wie sieht es denn hier aus? So eine Sauerei!  Oma zückt empört ihr Handy. So kann man doch einen Grillplatz am lauschigen und ehrenamtlich liebevoll gepflegten Schlegeler Teich nicht hinterlassen. Also diese Jugend von heute. Da kriegt man als Uroma einen dicken Hals.  Salate und Würste. Aber Wolf, Fuchs und Waschbär haben sich nach dem nächtlichen Krach noch nicht da ran getraut.   Gerade als ich eine andere Gassigeherin vor herumliegenden Bratwürsten und verstreuten Erdnusschips warnte, da knatterte es plötzlich hinter der Hecke. Heran rollten ein halb Dutzend Mopeds. Darunter welche mit Anhänger. Grüßend wurde uns unter den Helmen zugenickt.  Hier fuhr offenbar das Aufräumkommando der nächtlichen Partygesellschaft an den Teich. Und die haben ihren gesamten Müll am Tag nach der Party nicht nur flugs wieder aufgesammelt, sondern auch mitgenommen.    Die Moral von der Geschicht? Man sollte als Oldi nic...

Ein toller Gasthund

  Darja war lange die "Behindertenbeauftragte" für den behinderten Filip Drei Monate ist der freundliche ex-Ukrainer Filip nun schon im Hundehimmel. Und Cockerchen Darja und ich sind nach ihm  - dem zweiten Zweithund - wieder allein. Seither überscrolle ich tapfer all die traurigen von Tierschutzleuten verfassten Hilferufe oder die von Tierheimen geposteten Adoptionsangebote. Warum? Nun, wer sich als alleinstehender Mittsiebziger einen Zweithund oder gar einen Welpen ins Haus holt, der ist für mich kein wirklicher Hundefreund. Z.B kann man für nur einen Hund posthum dessen Übernahme regeln. Aber wer von der Familie oder Freunden soll gleich zwei Tiere übernehmen?  Rechts posiert hier kein neuer Zweithund, sondern Omas zeitweiliger Gasthund Cassey. Die schon 13-jährige Hündin meiner Hundefreundin war wegen Abwesenheit ihrer Leute nur mal drei Tage hier und hat mir dabei spannende Einblicke in Sachen Kommunikation und Anpassung ermöglicht. Auch die kleinen Einblicke in das ...